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Der große Ratgeber zu 0-Euro-Scheinen

Aktualisiert am 16. Oktober 2026

Souvenirscheine, auch Touristenscheine oder 0-Euro-Scheine genannt, sind in wenigen Jahren zu einem echten Sammelphänomen in Europa geworden. Sie werden an Sehenswürdigkeiten, in Museen und an touristischen Orten verkauft und begeistern Besucher wie Sammler gleichermaßen - dank ihrer hochwertigen Druckqualität und der riesigen Motivvielfalt.

Hier erfahren Sie alles Wichtige: ihre Geschichte, ihre Herstellung, wo Sie sie kaufen können, wie Sie sie erkennen und warum manche heute als Richtwert mehrere hundert Euro wert sind.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Was es ist
Ein Touristen-Sammlerschein mit dem Nennwert null, auch Euro-Souvenir-Schein, 0€-Schein oder Null-Euro-Schein genannt. Er ist kein gesetzliches Zahlungsmittel.
Format und Druck
133 × 72 mm, fast das Format eines 20-€-Scheins, von Oberthur auf Banknotenpapier gedruckt, mit Wasserzeichen, Hologramm, Sicherheitsfaden und UV-Farben.
Seit wann
Von Richard Faille entwickelt und am 1. April 2015 in Frankreich gestartet, danach in mehr als 30 Ländern.
Kaufpreis
Meist 2 bis 3 € an der Sehenswürdigkeit (in manchen Ländern bis 10 €).
Sammlerwert
Vom Ausgabepreis bis zu mehreren hundert Euro für seltene Ausgaben (Erstausgaben, kleine Auflagen, Fehldrucke), als Richtwert.
Wo zu finden
Museums- und Monument-Shops, Tourismusbüros, Automaten und manche Ausgaben online: siehe die Karte der Verkaufsstellen.

Was ist ein 0-Euro-Schein?

Der 0-Euro-Schein, auch Touristenschein oder Euro Souvenir-Schein genannt, ist ein Sammlerschein, den Richard Faille 2015 ins Leben gerufen hat. Er steckt auch hinter den bekannten Touristenmedaillen der Monnaie de Paris.

Das Prinzip ist einfach: Jedes Bauwerk, jedes Museum, jede Stadt und jedes Ereignis kann einen eigenen, individuell gestalteten Schein bekommen.

Diese Scheine sind kein Zahlungsmittel. Sie dienen ausschließlich als Reiseandenken und Sammlerobjekt.

Inzwischen sind in ganz Europa und darüber hinaus mehrere tausend Motive erschienen. Im Deutschen spricht man vom „0 Euro Schein“, „Null-Euro-Schein“ oder „Euro Souvenirschein“, im Englischen von der „euro souvenir banknote“.

Drei 0-Euro-Scheine aus unserem Katalog

Wer stellt die 0-Euro-Scheine her?

Herausgegeben werden die Scheine von Euro Banknote Memory (EBM), gedruckt von Oberthur Cash Protection (früher Oberthur Fiduciaire), einer der größten Banknotendruckereien Europas.

Sie entstehen in ähnlichen Verfahren wie echte Euro-Banknoten. Ihre Qualität ist daher mit der einer echten Banknote vergleichbar.

Die Geschichte des 0-Euro-Scheins und von Richard Faille

Alles beginnt 1996: Richard Faille tut sich mit der Monnaie de Paris zusammen, um individuell gestaltete Touristenmedaillen herzustellen, die Museen, Freizeitparks und Sehenswürdigkeiten an ihre Besucher verschenken oder verkaufen. In 18 Jahren Zusammenarbeit werden über 60 Millionen dieser Prägungen verkauft.

2015 bringt er ein moderneres Konzept als Nachfolger der Medaillen auf den Markt: den Touristenschein, auch Euro Souvenir-Schein oder 0-Euro-Schein genannt. Die ersten Scheine werden am 1. April 2015 vorgestellt: rund hundert verschiedene Motive, ausschließlich von französischen Orten, zu je 2 €.

Der Erfolg kommt sofort und das Konzept geht ins Ausland: Deutschland, Österreich, Spanien, Portugal, Belgien, Luxemburg und die Schweiz, 2018 dann die Slowakei und Tschechien, 2019 Polen. Sogar außerhalb der Europäischen Union sind Scheine erschienen, etwa in den USA, Russland, China, der Türkei oder Schweden. Schon 2021 gibt es über 2.500 verschiedene Motive in 30 Ländern.

Das Besondere am Schein: Er rückt Bauwerke, Orte und Persönlichkeiten ins Rampenlicht, die auf keiner echten Banknote zu sehen sind. Für die Sehenswürdigkeiten bringt der Verkauf zudem Einnahmen, die in Erhalt und Pflege ihres Kulturerbes fließen.

Kommerziell war die Begeisterung so groß, dass der Souvenirschein an manchen Orten die klassischen Andenken überholt hat. Sammler planen sogar ganze Reisen, oft mit der Familie, um neue Scheine zu ergattern.

Wie ist ein Schein aufgebaut?

Jeder Schein trägt mehrere Merkmale, an denen er sich eindeutig erkennen lässt.

Dazu gehören vor allem:

  • ein Code aus 4 Buchstaben, der das Motiv kennzeichnet;
  • eine eindeutige Seriennummer;
  • ein Jahrgang, der das Jahr und die Ausgabenummer angibt.

Innerhalb eines Jahrgangs gibt es nie zwei Scheine mit derselben Seriennummer - jeder Schein ist also ein Unikat.

Die Scheine messen 133 × 72 mm und haben damit fast das Format eines 20-€-Scheins.

Beschriftete Vorderseite eines Scheins: Stadt, Jahrgang, Code und Seriennummer

Die Vorderseite

Die Vorderseite ist der individuell gestaltete Teil des Scheins. Sie zeigt das Bauwerk, das Museum, das Schloss, den Park, die Person oder das Ereignis, dem der Schein gewidmet ist. Diese Seite ist bei jeder Ausgabe anders und macht die Identität des Scheins aus.

Darauf finden Sie:

  • das Hauptmotiv;
  • den Code aus vier Buchstaben (zum Beispiel UEBE);
  • die Seriennummer (zum Beispiel 123456);
  • den Jahrgang (zum Beispiel 2025-4);
  • die verschiedenen Sicherheitsmerkmale.
Vorderseite eines 0-Euro-Scheins

Die Rückseite

Die Rückseite ist bei allen Souvenirscheinen gleich.

Sie trägt den Schriftzug „0 EURO“ und eine Komposition aus mehreren berühmten europäischen Bauwerken.

Das Motiv der Rückseite hat sich im Laufe der Jahre verändert.

Auf den ersten Ausgaben von 2015 waren unter anderem zu sehen:

  • der Eiffelturm;
  • der Mont-Saint-Michel;
  • der Pont du Gard;
  • Notre-Dame de Paris;
  • die Mona Lisa.
Rückseite der ersten Ausgaben von 2015

Ab 2016 ersetzten neue europäische Bauwerke einen Teil dieser Abbildungen, etwa das Brandenburger Tor, Big Ben oder das Kolosseum.

Rückseite ab 2016 mit dem Brandenburger Tor

2017 dann der Brexit-Effekt: Big Ben wird durch den Torre de Belém (Lissabon) ersetzt.

Rückseite ab 2017: Big Ben durch den Torre de Belém ersetzt

Die Sicherheitsmerkmale

0-Euro-Scheine besitzen zahlreiche Sicherheitsmerkmale, wie man sie von echten Banknoten kennt.

Dazu gehören unter anderem:

  • ein Wasserzeichen, das im Gegenlicht sichtbar wird;
  • ein schillerndes Hologramm;
  • ein eingearbeiteter Sicherheitsfaden;
  • Mikroschrift;
  • Farben, die unter UV-Licht sichtbar werden;
  • ein Durchsichtsregister;
  • ein hochpräziser Banknotendruck.

Diese Merkmale machen die Scheine extrem fälschungssicher.

Als Zahlungsmittel können sie natürlich trotzdem nicht verwendet werden.

Kann man einen 0-Euro-Schein mit echtem Geld verwechseln?

Nein. Ein 0-Euro-Schein ist kein gesetzliches Zahlungsmittel und unterscheidet sich von umlaufenden Banknoten durch seine Farben, durch die Aufdrucke „0 €“, „0 EURO“ und „Euro Souvenir“ sowie durch seine Motive. Er lässt sich nicht unbemerkt in ein Geldbündel schmuggeln und geht nicht als Zahlungsmittel durch.

Das Papier unterscheidet sich leicht von dem echter Banknoten, damit Automaten die Scheine nicht als Zahlungsmittel annehmen. Der Herausgeber hat außerdem Tests mit einem Falschgelddetektor veröffentlicht: Umlaufende Banknoten werden als echt erkannt, der Souvenirschein dagegen jedes Mal aussortiert.

Einige der bei der Herstellung eingebauten Sicherheitsmerkmale reagieren auf UV-Licht. So sind Sammler vor Fälschungen und Nachdrucken geschützt.

Wo kann man 0-Euro-Scheine kaufen?

Souvenirscheine werden hauptsächlich direkt an den Sehenswürdigkeiten verkauft.

Sie finden sie vor allem:

  • in Museumsshops;
  • in Souvenirläden;
  • in Touristeninformationen;
  • an den Kassen von Sehenswürdigkeiten;
  • in manchen Verkaufsautomaten.

Einige Ausgaben gibt es außerdem nur online.

Auf unserer Website finden Sie alle Verkaufsstellen ganz einfach über unsere interaktive Karte oder stöbern in allen erfassten Scheinen in unserem Katalog.

Verkaufsstellen für 0-Euro-Scheine

Wie finde ich einen 0-Euro-Schein in meiner Nähe?

Am einfachsten gehen Sie von einem Ort aus: Jedes Museum, jedes Bauwerk, jeder Park und jede Stadt mit eigenem Schein verkauft ihn vor Ort. Unsere Karte der 0-Euro-Scheine verzeichnet diese Verkaufsstellen, auch solche, die den Verkauf inzwischen eingestellt haben.

Sie möchten Souvenirscheine kaufen, ohne loszufahren? Einige Ausgaben bieten auch gelistete Online-Shops an.

Was kostet ein 0-Euro-Schein?

Im Verkauf kosten die Scheine meist zwischen 2 € und 3 €, je nach Sehenswürdigkeit. In manchen Ländern können Souvenirscheine aber auch über 10 € kosten (z. B. Polen).

Danach kann sich ihr Wert je nach mehreren Kriterien entwickeln:

  • Seltenheit;
  • Auflage;
  • Jahrgang;
  • Seriennummer;
  • Erhaltungszustand;
  • Nachfrage der Sammler.

Manche Scheine sind nur ihren ursprünglichen Preis wert, andere erreichen auf dem Sammlermarkt als Richtwert mehrere hundert Euro.

Warum sind manche Scheine selten?

Nicht alle Scheine sind für Sammler gleich interessant.

Am gefragtesten sind in der Regel:

  • die ersten Ausgaben (2015);
  • Scheine mit kleiner Auflage;
  • niedrige Seriennummern;
  • Scheine, die schnell wieder aus dem Verkauf genommen wurden;
  • Fehldrucke.

Eines der bekanntesten Beispiele ist der Schein von Sarlat-la-Canéda: Eine erste Version zeigte sechs Gänse statt drei. Der Fehler wurde schnell korrigiert, und die betroffenen Exemplare sind heute sehr gesucht.

Fehldruck des Sarlat-Scheins mit sechs Gänsen
Fehldruck.
Korrigierter Sarlat-Schein mit drei Gänsen
Korrekter Druck.

0-Euro-Scheine sammeln

Das Sammeln von 0-Euro-Scheinen ist für tausende Menschen zur Leidenschaft geworden.

Manche sammeln nur die Scheine ihrer Region, andere wollen alle französischen oder europäischen Ausgaben zusammentragen.

Wieder andere suchen gezielt nach:

  • den ersten Seriennummern;
  • Gedenkscheinen;
  • limitierten Ausgaben;
  • Jahrgangsvarianten;
  • Fehldrucken.

Die Scheine werden meist in Bündeln zu 100 Stück mit fortlaufender Nummerierung an die Verkaufsstellen geliefert. Das erklärt das besondere Interesse an den ersten Seriennummern.

Bündel von 0-Euro-Scheinen mit fortlaufender Nummerierung

Für die Bedürfnisse der Sammler gibt es eigens für Souvenirscheine entwickelte Sammelalben.

Auf unserer Website können Sie Ihre Scheine außerdem virtuell ordnen und so überallhin mitnehmen, auch unterwegs!

Wie viel ist ein 0-Euro-Schein wert?

Auch wenn sie für 2 € bis 3 € verkauft werden, können manche Scheine auf dem Sammlermarkt deutlich höhere Preise erzielen.

Einige bekannte Beispiele (beobachtete Preise, als Richtwert):

  • Sarlat-la-Canéda „6 Gänse“: mehrere hundert Euro, als Richtwert;
  • Arc de Triomphe (erste Ausgaben): etwa 180 bis 200 €;
  • MSV Duisburg (Deutschland): bei einem Privatverkauf für bis zu fast 1.000 € verkauft.

Der Wert hängt vor allem von Seltenheit, Auflage, Zustand, Jahrgang, Seriennummer und Nachfrage ab.

Das Ausgabeland eines Scheins erkennen

Jeder Souvenirschein trägt auf der Vorderseite einen Code aus vier Zeichen (zum Beispiel UEBE, XABC usw.).

Am ersten Buchstaben dieses Codes erkennen Sie das Ausgabeland des Scheins, nach der Systematik von Euro Banknote Memory.

Die wichtigsten Ländercodes im Überblick:

CodeLand
UFrankreich
XDeutschland
VSpanien
SItalien
MPortugal
BBelgien
NNiederlande
LLuxemburg
TÖsterreich
GGriechenland
FFinnland
ESlowenien
HUngarn
PPolen
CTschechien
DKroatien
KSchweiz

Die drei folgenden Buchstaben bezeichnen dann das genaue Motiv des Scheins (das Bauwerk, die Sehenswürdigkeit oder die jeweilige Abbildung).

Zum Beispiel:

UEBE 123456

  • U → Frankreich
  • EBE → Kennung des Motivs
  • 123456 → eindeutige Seriennummer des Scheins

Mit dieser Codierung erkennen Sammler schnell die Herkunft eines Scheins und können ihre Sammlungen nach Ländern ordnen.

Häufige Fragen zu Souvenirscheinen

Hat ein 0-Euro-Souvenirschein einen Wert?

Keinen Geldwert: man kann damit nicht bezahlen. Der Sammlerwert reicht vom Kaufpreis (2 bis 3 €) bis zu mehreren hundert Euro für seltene Ausgaben.

Wo kann man einen Souvenirschein kaufen?

Vor Ort im Shop des Museums, Monuments oder Tourismusbüros, das ihn herausgibt, manchmal am Automaten, und für manche Ausgaben online. Unsere Karte listet die Verkaufsstellen.

Wie erkennt man einen echten 0-Euro-Schein?

An seinen Sicherheitsmerkmalen (Wasserzeichen, Hologramm, Sicherheitsfaden, UV-Farben), seinem vierstelligen Buchstabencode, seiner Seriennummer und seinem Jahrgang auf der Vorderseite.

Wie viele Souvenirscheine gibt es?

Mehrere tausend Motive seit 2015 in mehr als 30 Ländern. Unser Katalog führt über 5.000 davon, mit Bildern und Verkaufsstellen.

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